Kurzreview: Mr. Holmes

Mr. Holmes

Am 24. Dezember startet Bill Condons Mr. Holmes in den hiesigen Kinos. Ich durfte den Film vorab sehen und hatte als großer Sherlock-Holmes-Fan entsprechend hohe Erwartungen. Ist  der Figur also gerecht geworden?

In der filmischen Adaption von Mitch Cullins Roman „A Slight Trick of the Mind“ kehrt der 93-jährige Sherlock Holmes aus Japan in die Idylle Südenglands zurück. Mithilfe von „Prickly ash“ (Japanischer Pfeffer) versucht er, seinem einstmals legendären Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen und seinen letzten Fall noch einmal aufzurollen.
Als Zuschauer muss man sich natürlich erst einmal an den Gedanken gewöhnen, dass Dr. Watson, Inspector Lestrade, Mycroft Holmes und Mrs. Hudson bereits das Zeitliche gesegnet haben. Und auch ein Sherlock Holmes, der statt einer Droschke ein vergleichsweise modernes Automobil besteigt und sich sowohl in England als auch in Japan mit den Folgen des Zweiten Weltkrieges konfrontiert sieht, ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Zudem dürfte das bedächtige Tempo des Films nicht jedermanns Sache sein. Zu leiser Violinen-, Klavier- oder Harmonikamusik geht Holmes in seiner Erinnerung auf Entdeckung aus. Der Zuschauer leidet mit ihm und hofft auf einen guten Ausgang für den alten, von Schuldgefühlen und Senilität geplagten Sherlock Holmes. Das Highlight ist dabei McKellens Spiel, vor dem man nur ehrfürchtig seine Deerstalker-Mütze ziehen kann.

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