Kurzreview: Das finstere Tal – ein deutsch-österreichischer Heimat-Western

Das finstere Tal

Einen derart spektakulären Genremix hat es in unseren Breiten lange nicht gegeben. Und immer, wenn sich die heimische Filmindustrie mal etwas traut, bin ich extrem enttäuscht, wenn die Resonanz ausbleibt. Zwar wurde der auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Willmann basierende Heimat-Western (so nenne ich das Genre ab jetzt) mit großem Trara auf der Berlinale uraufgeführt, doch so richtig hat der deutsche Kinogänger von dem Streifen nichts mitbekommen.

Zur Handlung von Das finstere Tal: In der Mitte des 19. Jahrhunderts trabt ein mysteriöser Fremder () den Hang in ein kleines Alpendorf hinab. Er stellt sich als Fotograf vor, gibt an, aus Amerika zu kommen, und bittet die Bewohner um Quartier für einen Winter. Das von einem pa­t­ri­ar­cha­lischen Bauern () und seinen Söhnen (unter anderem ) kontrollierte Dorf reagiert auf den Fremden allerdings nicht gerade wohlwollend. Und tatsächlich scheint mit dem jungen Mann irgendetwas nicht zu stimmen. Dann -> Gewalt und Psychoterror.

Ist der Film ein Meisterwerk? Jein! Ich fand ihn ein wenig überstilisiert und habe mich besonders über die Wildwest-Kluft und Schießereien mit Winchester-Repetierbüchsen ein wenig geärgert. Meiner Meinung nach hat man die Chance verpasst, dem Ganzen einen eigenen, distinktiven Stil zu verpassen – so wie zum Beispiel im Eastern. Andererseits ist die Divergenz von Setting und Protagonisten sicher genau so gewollt (wie beispielsweise in O.K. von ). Gefreut hat es mich auch, (mit dem ich meine grandiose Kleindarstellerszene hatte – nein, ich werde nie müde, das zu erwähnen) hier wiederzusehen. Ich will den Film gar nicht uneingeschränkt weiterempfehlen, aber zumindest sollten mehr Leute dem Ganzen eine Chance geben.

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