Kurzreview: George

George im Lager

Auf Arte verpasst, nun auf ARD endlich gesehen: George - ein Film über den Volksschauspieler Heinrich George. In der Titelrolle sein jüngster Sohn Götz (benannt nach Goethes unbeugsamen von Berlichingen), der nun 75 Jahre auf dem Buckel hat und im TV daher gerade om­ni­prä­sent ist. Der Vater, liebenswerter Lebemann und naiver Opportunist, starb im Speziallager Sachsenhausen, da ihm seine Kontakte zur NS-Führung und die mehr oder weniger erzwungenen Auftritte in Filmen wie Kolberg (1945) und Jud Süß (1940) zum Verhängnis wurden. Die Boulevardpresse sorgte in den vergangenen Wochen dafür, dass die Einschaltquote auch in der Urlaubssaison recht gut ausfiel. Doch wie ist der Film jetzt eigentlich geworden?

“George” ist nicht leicht zu bewerten. Vielleicht erst einmal das Negative: Der Film ist meiner Meinung nach zu lang geraten, lässt viele der wirklich interessanten Personen und Ereignisse aber trotzdem zu kurz kommen. Über die eingestreuten dokumentarischen Sequenzen will ich mir kein Urteil anmaßen, da sie zwar hin und wieder irritierend, jedoch meist sehr interessant ausfallen.  trägt den Film, spielt den größten Teil seiner Szenen unglaublich gut und steht den parallel gezeigten Originalaufnahmen seines Vaters in nichts nach! Meine Meinung zu Der Totmacher (1995) und Georges Schauspielkunst kennt ihr ja (hier der Artikel). Zumindest interessant ist der Film aus der Feder s (Jud Süß – Ein Film als Verbrechen?) allemal!

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