Die Implosion der Filmindustrie – das Internet malt schwarz

George und Steven sagen die Implosion voraus

Die Blogosphäre kocht mal wieder. Überall wird hitzig über die Zukunft der Filmindustrie diskutiert und bei einigen Berufsmisanthropen, die meiner Meinung nach zu selten an die frische Luft kommen, macht sich in Bezug auf das Film-Business Endzeitstimmung breit. Kino ist tot, Film ist tot und allein den hoch budgetierten amerikanischen Serien gehört die Zukunft! Und warum diese Schwarzmalerei? George Lucas und Steven Spielberg, Mainstream-Kino-Altmeister und Helden unserer Jugend, haben auf einem Panel der University of Southern California über die Zukunft der Filmindustrie diskutiert und dabei auch gleich die unvermeidliche Implosion derselben vorausgesagt. Die großen Studios würden derzeit lieber einen Film für 250 Millionen Dollar realisieren, um damit zumindest einmal im Jahr so richtig die Kassen klingeln zu lassen, als mit dem Geld 20 ambitionierte, interessante, wichtige und vielleicht sogar historische Streifen zu finanzieren. Und nach Meinung etwaiger Cyber-Deppen sind Serien wie Game of Thrones, Breaking Bad, Mad Man und Hannibal sind ja sowieso viel besser als alle Filme, die momentan im Kino laufen! Darin steckt sicherlich ein wahrer Kern, doch die „Implosion“ des Filmgenres – so sie uns denn wirklich bevorsteht – wird wohl eher eine Erneuerung und kein abruptes Ende! Ändern muss sich im Übrigen nicht nur das Filmbiz, sondern auch die Art, wie Kinos betrieben werden. Und auch das Internet wird zukünftig eine noch größere Rolle spielen. Die Auswahl an Filmen, die es in die Franchise-Multiplex-Lichtspielhäuser (Cinemaxx, UCI – you name it!) schaffen, ist nicht besonders stark! Dass aber gerade die deutsche Filmindustrie dank kreativer Ideen erstarkt und dass auf dem Direct-to-Video-Markt und auf den Videoplattformen im Web derzeit unzählige wirklich interessante Filme stranden, darüber redet keiner.

Vor 35 Jahren lag Spielberg allerdings schon einmal ziemlich richtig:

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