Reviews Februar ’13

It’s A Disaster

Die letzten Monate waren eine harte Zeit für mich, denn egal, welchen Film ich mir anschaute und wie niedrig meine Ansprüche auch waren – ich wurde trotzdem enttäuscht. Dementsprechend fallen die folgenden Reviews auch größtenteils negativ aus. Es tut mir leid, aber es tut mir nicht leid.

It’s A Disaster – Fangen wir mit dem Guten an: Ich verstehe nicht, wie der Film in den Medien dermaßen untergehen konnte. Nachdem ich im letzten Jahr ungefähr ein Dutzend Weltuntergangsfilme gesehen habe, kann ich abschließend sagen, dass das hier einer der besten aus dieser Riege ist. Vier Pärchen treffen sich zum Dinner, als plötzlich der 3. Weltkrieg ausbricht. Das Witzigste an der Komödie sind die authentischen Reaktionen. Keiner weiß, was zu tun ist und jeder reagiert völlig anders – ohne dabei aufgesetzt oder überspitzt zu wirken. Alle 8 Charaktere entwickeln sich auf eine ganz besondere Art und Weise. Weltuntergänge können ja so schön sein.

The Master – So sieht ein würdiger Academy Award Sieger aus. Joaquin Phoenix spielt einen nach dem Krieg psychisch völlig zerrütteten Ex-Soldaten, der sein Leben nicht in den Griff bekommt. Er trifft auf einen Sektenführer (Philip Seymour Hoffman) und dessen Frau (Amy Adams), die ihn in absurden Therapiesitzungen zu heilen versuchen. Zwar ist The Master teilweise etwas langatmig, aber immerhin macht es pure Freude, den drei Nominierten bei der Arbeit zuzusehen. Merkwürdigerweise gab es weder während noch nach der Produktion Probleme mit Scientology, obwohl die kritischen Parallelen auf der Hand liegen.

Pitch Perfect – Was hat mich überhaupt geritten, diesen Film zu schauen?! Man weiß es einfach nicht. Im Grunde ist hier alles schlecht: angefangen beim nichtssagenden Drehbuch über flache Dialoge bis hin zu den ausdruckslosen Darstellern, die irgendwie alle fehl am Platz sind. Pitch Perfect vereint all diese Faktoren zu einem grauenvollen Teeniefilm.

Silver Linings Playbook – Bei diesem Film waren die Gründe, die zum Sichten animierten klar: 7 Oscar-Nominierungen. Obwohl diese ihre Bedeutung bereits verloren, als Sandra Bullock als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Und auch bei Silver Linings  Playbook hat die Jury anscheinend geschlafen. Noch nie habe ich dermaßen überzogene, nervige und schrille Figuren erlebt, die alltäglich wirken sollen. Teilweise musste ich Pausen einlegen, weil die Gespräche einfach unausstehlich waren.

Flight – Typische amerikanische Erfolgsgeschichte. Hollywood beweist mal wieder, dass man alles schaffen kann, wenn man es nur wirklich will. Leider zu viele Längen und das Ende ist auch schnell verpufft. Somit sind auch hier die Oscarnominierungen nicht ganz nachvollziehbar.

Movie 43 – Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was genau ich da gesehen habe. Auf jeden Fall waren ganz viele Stars dabei, die sich komplett zum Affen machten. Leute wie Richard Gere, Dennis Quaid, Kate Winslet, Gerard Butler, Halle Berry, Uma Thurman, Naomi Watts und Chloë Moretz müssten es doch merken, wenn sie ein absolut humorloses Drehbuch lesen. Anscheinend haben alle nur an die Starbesetzung gedacht. Die einzig gute Episode ist die mit Emma Stone und Kieran Culkin, die bekanntlich mal liiert waren und sich im Film als verflossene Partner gegenüberstehen und alles an den Kopf werfen, was man dem/der Ex schon immer mal sagen wollte. Das ist wenigstens besser als ein Hugh Jackman mit Hoden am Kinn.

Threesome – Keanu Reeves macht inzwischen sehr merkwürdige Filme. So spielt er in Threesome einen 30-Jährigen, obwohl er fast 50 ist. In äußerst schlechter Qualität filmt er sich und zwei Studentinnen beim Trinken, Rauchen, Reden und Vögeln. Natürlich sollen dabei die Tiefen der verletzten menschlichen Psyche zum Vorschein kommen. Tun sie aber leider nicht.

Ruby Sparks – Es ist irgendwie süß, das Liebespaar Paul Dano und Zoe Kazan dabei zu beobachten, wie sie ein Liebespaar mimen. Allerdings ist die Story zu märchenhaft, um ernst genommen zu werden. Was jedoch am meisten nervt, ist das krampfartige Happy End, das die ganze Geschichte noch gezwungener erscheinen lässt.

Babycall – Eine Mutter versucht ihr Kind vor dem gewalttätigen Vater zu schützen und scheint dabei immer mehr den Verstand zu verlieren. Babycall bleibt bis zum Schluss spannend – verläuft dann aber teils ungelenk und offenbart dadurch Fehler im Plot. Insofern bleibt der Film nur eine 2 auf der Mind-Fuck-Skala.

House At The End Of The Street – Mutter und Tochter ziehen um. Blabla. Alles soll besser werden. Blabla. Nachbar scheint irgendwie gruselig zu sein. Blabla. Oh, er hat anscheinend ein dunkles Geheimnis. Blabla. Überraschendes Ende. Nicht. Been there, done that.

Das Verborgene Gesicht – Eine Frau ist eifersüchtig, weil ihr Freund mit anderen flirtet. Sie entscheidet sich, mit ihm aus Spaß Schluss zu machen, um anschließend seine Treue zu testen. Dazu hinterlässt sie Abschiedsgrüße und sperrt sich in den versteckten Panic Room des Hauses ein. WTF? Jeder, der an dieser Geschichte beteiligt war, verdient Schellen für diesen dämlichen Sexismus. Aber es kommt noch schlimmer, denn der Mann bringt Tage später eine neue Dame ins Haus – die hungernde Freundin im Panic Room ist entsetzt – wie kann er ihr das nur antun? Anscheinend sind Menschen für diesen Film verantwortlich, die Beziehungen nur aus Doku Soaps kennen.

On The Road – Jap, man sieht Kristen Stewarts Brüste, aber mehr passiert eigentlich nicht im Film. Es geht um Jugend, Freiheit, Sex und Drogenkonsum – alles schon gesehen. Wer auf die wilden 50er und das talentfreie Schauspiel von Stewart steht, wird dieses Roadmovie bestimmt trotzdem mögen.