Horrorfilme: Früher war alles besser

Horror

Ich hätte es bereits 2002 wissen sollen, aber damals war ich noch optimistisch und bin für den nonsinnigen Film “Signs” ins Kino gegangen. Genau wie 2004 für “The Village” und 2008 für “Cloverfield”. “The Happening” habe ich mir nach all diesen Enttäuschungen zu Hause angeschaut und fühlte mich in meiner Annahme bestätigt: Die gruseligen Filme des neuen Jahrtausends sind gar nicht mehr gruselig, sondern meist einfach nur ein cineastischer Abfuck. Gekrönt wurde das Ganze durch den 2009 erschienenen Zenit des Scheißgelabers “The Human Centipede”. Danach habe ich den Horrorfilmen erst einmal abgeschworen. Dieses Jahr kamen “Sinister” mit Ethan Hawke und “Possession” mit Jeffrey Dean Morgan raus und bestachen ebenfalls durch eine schwache Story, wenigen Schreckmomenten und einem einfallslosen Ende.

In Sachen Gruselfilme stellt sich also folgende Frage: Wo zum Teufel ist das Problem?! Nun, das liegt wohl hauptsächlich darin, dass der Großteil der aktuellen Horrorfilme entweder Remakes, Fortsetzungen oder Crossover-Versionen von altbekannten Werken der Filmgeschichte sind. Wiederverwertete Filme sind zum Beispiel:

  • Texas Chainsaw Massacre
  • Dawn Of The Dead
  • A Nightmare On Elm Street
  • The Thing
  • Let Me In
  • I Spit On Your Grave
  • The Wicker Man

Und das ist nur ein Bruchteil der Remakes dieses Jahrhunderts. Auch Fortsetzungen von Filmreihen gab es en massé:

  • REC
  • Paranormal Activity
  • Scream
  • Final Destination
  • Saw
  • Resident Evil
  • The Ring

Und mit “Freddy vs. Jason” und “Alien vs. Predator” wurden wohl die berühmtesten Crossover geschaffen. Aber wo bleiben die richtig guten Horrorfilme, in denen die Protagonisten keine stupiden, gesichtslosen Opfer bleiben, sondern eine Charakterentwicklung durchleben, in denen sich die Story allmählich und vor allem logisch entfaltet und nicht nur durch blutrünstige, brachiale und schlecht beleuchtete Szenen beisammengehalten wird und in denen bei den Gegenspielern eventuelle Beweggründe und Ursachen des Handels ersichtlich werden?

Es scheint, als wären die einzig guten Horrorfilme aberwitzige Hommagen, wie “Shaun Of the Dead”, “Cabin In The Woods” und “Zombieland”, die das Thema mit viel Humor behandeln und mit Klischees spielen. Aber die echten Schocker müssen schon ganz innovativ und ausgereift daherkommen, um den Geschmack des Zuschauers zu treffen. “Insidious” ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein simples Drehbuch nach und nach die Spannung zerstört, die es vorher vortrefflich aufgebaut hatte. Bei “Martyrs” hat man hingegen das Gefühl, dass das Ende alle Erwartungen übertrifft und nachhaltig einen Mindfuck verursacht. Aber mein Liebling ist und bleibt (zumindest vorerst) Robert Rodriguez‘ entzückendes Stück Filmkunst “Planet Terror” – mit dem schönsten Handlungssprung aller Zeiten: vom hemmungslosen Sex mit einer einbeinigen Gogo-Tänzerin zur Zombieapokalypse voller Explosionen, Blut und Dreck. Hell yeah.

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