Kurzreviews en masse [von Ina]

Eine bösartige Krankheit zwang mich kürzlich dazu, mein Dasein tagelang in einem dunklen Kabuff und völlig isoliert von anderen Menschen zu fristen. Eine gute Gelegenheit, mal zu schauen, was zurzeit die Kinoleinwände so hergeben. Das Fazit fällt teils überraschend, teils ernüchternd aus.

LooperLooper – Eine Geschichte über Zeitreisen mit Joseph Gordon-Levitt, Bruce Willis, Paul Dano und Jeff Daniels in den Hauptrollen, die im Endeffekt gar keinen Sinn ergibt, aber durch einen grandiosen Cast und eine packende Dramaturgie besticht. Kann man sich also durchaus mal geben, schließlich können ja nicht alle so großartig über diese Thematik schreiben wie David Webb Peoples, dem wir 12 Monkeys zu verdanken haben.

 

Premium RushPremium Rush – Eigentlich hatte ich mich auf diese rasante Verfolgungsjagd voller Action gefreut. Im Nachhinein fällt aber auf: Es geht um Radsport, also gibt es an sich keine Action. Und als das Ende gerade spannend zu werden scheint, kommt die größte Schwäche des Drehbuchs und wird dem enttäuschten Zuschauer unvermittelt um die Ohren geklatscht. Mit dem retardierenden Moment verschwindet auch die restliche Story irgendwo im Nirvana. Schade um Joseph Gordon-Levitt und Michael Shannon – Perlen vor die Säue.

 

Doomsday BookDoomsday Book – Die Koreaner haben’s doch drauf. Da erwartet man stupide Weltuntergangsszenarios und bekommt 3 verschiedene Geschichten, die sich durchaus kritisch, jedoch ganz ohne erhobenen Zeigefinger und stattdessen mit einem ironischen Augenzwinkern mit der heutigen Gesellschaft auseinandersetzen. Zugegeben, einige Passagen sind etwas langatmig, aber das ist das Leben manchmal auch.

 

EvidenceEvidence – Teenager in einem dunklen Wald werden von einem hungrigen Monster verspeist. Natürlich wird das Ganze durchgehend mit einer wackligen Handkamera aus der Erste-Person-Perspektive gefilmt und natürlich hat das Militär irgendwas damit zu tun. Da wollte wohl jemand ganz besonders innovativ sein. Im Grunde passiert anderthalb Stunden lang gar nichts – man hört nur immerzu nerviges Gestöhne und Geschreie. Auch auf einen spektakulären Showdown wartet man vergebens. Den Verantwortlichen für Kameraführung und Ton wurde hoffentlich dafür die Arbeitslizenz entzogen.

 

A Fantastic Fear of EverythingA Fantastic Fear of Everything (Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen) – Ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen, die Simon Pegg nicht mögen, kalte, herzlose Bastarde sind. Mal wieder verwandelt dieser charismatische Brite einen Film in eine entzückende One-Man-Show. Leider sind Drehbuch und Regie des Musikers Crispian Mills eher mäßig. Dadurch fehlt es der Geschichte an Humor und Substanz, dafür ist aber der Soundtrack mehr als nice.

 

That's my boyThats’s my boy (Der Chaos-Dad) – Mal wieder ein typischer Adam Sandler. Langsam fragt man sich wirklich, ob der Typ nicht bald vor lauter Scham einfach im Erdboden versinkt. Wieso Leighton Meester bei dem Spektakel mitmacht, ist noch irgendwie nachvollziehbar, aber was zum Teufel haben Andy Samberg und Susan Sarandon da zu suchen? Geht mal arbeiten, Leute!

 

Red LightsRed Lights – Robert De Niro, Sigourney Weaver und Cillian Murphy in einem packenden und etwas übernatürlichen Thriller, dessen Handlung bis zum Schluss spannend und undurchschaubar bleibt. Was will man mehr? Achja, die kleine Schwester der Olsen-Twins ist auch dabei.

 

The WatchThe Watch – Ein Science-Fiction-Comedy-Schinken mit Ben Stiller und Vince Vaughn, der trotzdem irgendwie gut ist? Liegt bestimmt an (inzwischen schon) Altmeister Jonah Hill und dem entzückenden Richard Ayoade in einer Paraderolle. Die Lachmuskeln werden dennoch nicht überstrapaziert.

 

CosmopolisCosmopolis – Für meine Behauptung, dass die drastischen und pausenlosen Dialoge ihresgleichen suchen und Robert Pattinson eine solide Leistung abliefert, werde ich seit Tagen von Twighlightfans UND -gegnern verbal attackiert. Ich bleib’ trotzdem dabei. Sue me, bitches.