Review: Drive Angry 3D

Nachdem „Season of the Witch“ so spektakulär doof war, dass man die zukünftigen DVD-Box-Cover unbedingt mit einem Hinweis auf die burlesken Qualitäten den Films versehen sollte, bangte ich den kommenden Nic-Cage-Projekten entgegen. Nach „Bad Lieutenant: Port of Call – New Orleans“ und „Kick Ass“ war ich ja (als großer Cage-Fan) eigentlich guter Dinge.

Als dann der erste Trailer zu „Drive Angry“ online ging, war ich durchaus angetan, zumal Jon Turteltaub nichts mit dem Projekt zu tun haben schien und ich persönlich die Grindhouse-Wiederauferstehung auch weiterhin sehr lustig finde.

Cage spielt John Milton, der mit seinem Muscle-Car aus der Hölle Bollert, um seine kleine Enkelin vor Satanisten zu retten, die auch schon seine Tochter auf dem Gewissen haben. Überdies muss der von Billy Burke gespielte Sektenführer Jonah King unbedingt und mit möglichst viel Krach massakriert werden, während (selbstverständlich) irgendwann auch noch eine heiße Uschi (Amber Heard) auftaucht, um schwer beeindruckt davon zu sein, wie bad-ass Milton doch ist.

Satan befürchtet indes einen Gesichtsverlust und schickt seinen Buchhalter (!) auf die Erde, um Milton zurückzuholen. Womit wir alle Zutaten für einen visuell umgesetzten Manowar-Song zusammen hätten.

Mal ehrlich: Wer soll denn diese Rolle sonst spielen, wenn nicht Nicolas „I want to be Bob Denver on acid playing the accordion“ Cage?!? In der Theorie muss aus diesem Konzept zumindest ein knalliger Popcorn-Reißer hervorgehen – mit Möpsen und Explosionen.

Über lange Strecken des Films bekommt der Zuschauer auch, was der Trailer im Vorfeld versprach, doch schlussendlich scheitert alles an der Lieblosigkeit des Buches, für das mir bei einer spontanen Assoziation sofort das Wort „postpubertär“ in den Sinn kommt und den platten Charakteren, die den Exzess neutralisieren und es dem Zuschauer sehr schwer machen, sich mit der Knallerei auf der Leinwand zu identifizieren. Dabei will ich gar nicht behaupten, dass hier schlecht gespielt wurde! Ich vermute eher, dass die platten Dialoge nicht viel Raum nach oben ließen.

Auf der Haben-Seite stehen eine wirklich gute cinematografische Leistung und die (zumindest teilweise) passend eingefügten CGI-Effekte. Der Aufschlag für die 3D-Vorstellung war jedoch wieder einmal rausgeschmissenes Geld. Ich weiß, wie bombastisch stereoskopisches 3D (in erster Linie bei dafür konzipierten Animationsfilmen) aussehen kann, aber in diesem Fall hätte man auch wieder für weniger Geld mit einer Sonnenbrille in die reguläre Vorstellung gehen können. Man kennt das ja mittlerweile.

ungenutztes Potenzial