“Re-Animation” zum Vierten

Der Großmeister der Horror-Literatur, H. P. Lovecraft, schrieb 1922  (im Jahr des Nosferatu!) eine Kurzgeschichte über einen vom Wahnsinn befallenen Mediziner, der Tote zwar zum Leben erwecken kann, sie dabei jedoch nur mit ihren niedersten Instinkten beseelt. „Herbert West – Der Wiedererwecker“ war offensichtlich stark von Mary Shellys Frankenstein beeinflusst und wurde 63 Jahre später, durch die fähigen Hände Stuart Gordons, für viele Fans der „Frankenstein der 80er“.

Unter dem Titel „Re-Animator“ wurde aus dem klassischen Stoff eine Splatterperle, die für den Gorehound-Zeitgeist der 80er ebenso beispielhaft ist wie die Evil-Dead-Trilogie oder Braindead. Ein Film, der vor Allem durch das überdrehte, perfide Spiel des damals noch wenig bekannten Jeffrey Combs lebt, der die Figur des „Dr. Herbert West“ so anlegt, als würde Peter Cushing Baron Frankenstein auf Crack spielen.

Die Cinematografie punktet mit schauriger Low-Key-Ausleuchtung und gekonntem Kameraeinsatz. Die Effekte sind größtenteils albern, verleihen dem Film aber auch seinen Charme – fast hätte ich das Wort „Unschuld“ benutzt, die Verschuldung der  Torture-Porn-Welle der letzten Jahre! Von ein paar zu langen Dialogszenen mal abgesehen, hat der „Re-Animator“ auch ein ganz gutes Pacing und macht von Anfang bis Ende Spaß.

Mit „Bride of Re-Animator“ und „Beyond Re-Animator“ folgten dann zwei eher mäßig einfallsreiche Nachfolger, die man eigentlich nur der Vollständigkeit halber im DVD-Regal stehen hat. Ob die Horrorfans nur einfach nicht genug von Dr. West sehen können oder der große Reibach tatsächlich in der 80er-Nostalgie zu finden ist, weiß ich nicht. Was ich aber mit Sicherheit weiß, ist, dass im Jahre 2010 mit „House of Re-Animator“  die Serie noch einmal wiederbelebt wird – mit einem Großteil des Originalcasts und William H. Macy (Fargo; Bobby; The Cooler).  Als stets subjektiver Fan kann ich nur sagen: Ich freu‘ mich!